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3 - #IchBinHanna

von: Profilbild Marc Dechmann KS 111984368957 Marc Dechmann - 13-03-2024


Gespräch mit Amrei Bahr: Amrei ist eine von den Initiatorinnen der Initiative #IchBinHanna. Sie weiß genau, wovon sie spricht, wenn sie Kettenbefristungen und prekäre Beschäftigungsbedingungen junger hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen kritisiert. Auch ihre eigene Dissertation entstand vor dem Hintergrund verschiedener gestückelter Verträge und schlussendlich dem Bezug von Arbeitslosengeld. Amrei hat konkrete Vorstellungen, was sich im deutschen Wissenschaftssystem ändern muss, damit gerade junge Forscher*innen nicht ausbrennen.

 

Erschöpfung, Überlastung, Burnout: Arbeitsbedingter chronischer Stress zwingt gerade diejenigen in die Knie, die besonders leistungsfähig erscheinen. Diejenigen, die bereit sind, über einen langen Zeitraum über die eigenen Grenzen zu gehen. Die Führungsebene der Wirtschaft steht längst nicht mehr allein im Fokus der „Managerkrankheit“ – viel ist zu Burnout veröffentlicht worden. Unsere Universitäten und Forschungseinrichtungen – die Wissenschaft als „Branche“ – kommen in der Debatte über Burnout trotzdem kaum vor. Das romantisch verklärte Bild der der Universität als Ort der Ruhe zwischen angestaubten Bücherregalen und Experimenten im Labor trifft aber schon lange nicht mehr zu. Hoch gesteckte eigene Ziele, große Motivation, aber auch starker Wettbewerb um Stellen und finanzielle Mittel bei oftmals befristeten Arbeitsverhältnissen. Der Druck steigt und Betroffene schweigen meistens.


Ist Burnout von Wissenschaftler*innen an Universitäten ein Tabu? Gibt es Besonderheiten – individuell, sozial und strukturell – im wissenschaftlichen Umfeld, die den Wissenschaftsbetrieb besonders anfällig machen? Zwei Hosts, zwei Perspektiven auf das Thema: die betroffene Professorin, der Organisationspsychologe und Coach. In zehn Folgen sprechen wir mit Expert*innen über individuelle Belastung und strukturelle Defizite des Wissenschaftssystems. Wir fragen: braucht es neue Antworten und Lösungen für eine erschöpfte Wissenschaft und künftigen Wandel – oder ist der Wissenschaftsbetrieb letztlich gar nicht so besonders?